105) Der Frühling ist da und das Wasser weg

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Der Frühling kommt, Wasser fehlt noch immer und immer mehr. Und wir bekamen ungewohnten Besuch. Die Woche war abwechslungsreich in Südafrika und wir immer mal wieder gefordert.

Der Frühling ist da und beschert uns Temperaturen von weit über 20 Grad. Sogar dreissig Grad sollen noch geknackt werden. Das heisst auch, die Regen reiche Zeit ist schon fast vorbei. Und so reich, war sie leider nicht. Die Dämm-Pegel sind knapp in der Hälfte vom Vorjahr, die eng bemessenen Sparziele der Regierung werden immer noch verfehlt und bald geht’s los mit den Touristen-Strömen und die Ziele werden dann bestimmt nicht mehr erreicht. Es wird über eine neue Restriktion diskutiert, Level 4B ist ja bereits neu erfunden worden und einen Level von 5 gibt’s gar nicht und niemand weiss, was dies überhaupt bedeuten soll. 87 Liter pro Person und Tag ist Level 4b. Vorbei ist also schon lange die Zeit mit gemütlich Duschen. Die Toiletten-Spülung betätigen wir nur noch beim grossen Geschäft und sonst muss gesammeltes Schmutzwasser reichen. Schmutzwasser aus der Waschmaschine, gesammeltes Regenwasser oder von der langen Wartezeit bis aus dem Hahn warmes Wasser kommt. Mit anderen Worten, wir schränken uns eigentlich nur bei der Toiletten-Spülung ein und siehe da, wir sind weit unter dem angesetzten Ziel von 87 Liter. Interessant, während wir in der Schweiz 40 Jahre lang munter mehrmals täglich über zwölf Liter Trinkwasser zur Kläranlage spülten, bringen es wir hier zu Stande ohne grosse Einschränkungen Wasser zu sparen. Weder unsere Gäste, noch unsere Reinlichkeit leidet darunter. Aber eben, man spart erst in der Not, ist ja bei allem so.

Mittlerweile glaube ich wirklich, dass es eng wird oder irgendwann gar kein Wasser mehr fliesst. Ich bin nicht sicher, ob man das noch auf die Reihe kriegt. Entsalzungs-Anlagen wären die Lösung. Ganze Länder leben ja nur von dieser Trinkwasser-Gewinnung. Seit 1998 diskutiert man am Kap über eine solche Anlage. Immer mal wieder wurde in der Vergangenheit darüber debattiert, wohl dann, wenn die Trockenheit gross war. Bisher steht noch keine einzige. Nun denkt man eine zu bauen und schon bald in Betrieb zu nehmen. Wers glaubt. Arbeitsmoral, Arbeitstempo und die Kosten lassen mich daran zweifeln. Viel eher bleibt der Wasserhahn trocken. Und dann geschieht dies:

Freitagmorgen, ich will die Hände waschen, das Wasser ist braun, richtig schmutzig. Doch dann ist wieder alles gut. Irgendwann brauchen Fynn und Ziva frisches Wasser, das Wasser fliesst wieder braun. Doch es wird wieder klar. Abends ist es Zeit schnell zu duschen. Kein Wasserdruck, das Wasser wird immer weniger. Wir gehen nach draussen zu unserer Wasseruhr, die bewegt sich nicht. Gut, wir haben kein Leck bei uns. Auf der Strasse, alles trocken, also kein Leitungsbruch. Der Twitter-Account von Kapstadt, welcher alle Strom- und Wasserprobleme meldet, zeigt wie immer viele Leitungsbrüche, doch keinen in unserer Gegend. „Ist nun der Wasserdruck verringert worden, wie es schon oft angekündigt wurde?“ fragen wir uns. „Aber so geht’s ja gar nicht“. Wir versuchen mal zu kochen und merken, wie oft man einfach so und ohne Gedanken den Wasserhahn öffnet Es kommt nur noch ein Rinnsal. Wir fühlen uns unsicher und kontrollieren nochmals alles. Endlich fragt jemand aus der Nachbarschaftshilfe über Whatsapp ob noch andere kein Wasser haben. Gut, wir sind nicht die einzigen und bald wissen wir auch wieso. Tatsächlich war es mal wieder ein Leitungsbruch. Nach drei Stunden ist alles wieder in Ordnung und wir wieder am Wassernetz. Doch wer weiss, vielleicht ist dieser ungemütliche wasserlose Zustand bald Teil unseres Lebens. Und gleichzeitig lesen wir von den vielen Unwettern mit Überschwemmungen in der restlichen Welt.

Der Frühling ist nun da, die Lodge wird nur durch uns bewohnt und wir geniessen mit den Hunden den Garten. Faul liegen wir alle auf der Wiese. Fynn schiesst auf, etwas grünes bewegt sich auf der Wiese. Wir haben Besuch von einem Chamäleon. Für alles was kreucht und fleucht, ist Barbara zuständig. Ich lenke die Hunde ab, Barbara bringt den aussergewöhnlichen Besucher in Sicherheit. Es läuft immer etwas in der AFRICA-LODGE.

Man liest sich!

 

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