102) Der Teflon-Präsident sitzt immer noch…

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Politisch ging es hoch zu und her – eine weitere Runde im Machtkampf im Parlament gegen den Präsidenten. Ziva und Fynn fechten die Machtkämpfe in der AFRICA-LODGE aus und wir starten bereits in die dritte Touristen-Saison in Südafrika.

Die Woche beginnt politisch. Die Opposition versucht zum achten Mal innert acht Jahren den unbeliebten und korrupten Präsidenten zu Fall zu bringen. „Zuma must Fall“ ist seit unserer Auswanderung das grosse innenpolitische Thema. Wichtig ist für die Opposition, dass dieses Misstrauensvotum geheim statt findet. Müssten die Abgeordneten offen gegen Präsident Zuma stimmen, wäre das Ganze von vornherein hoffnungslos. Dazu muss man einiges wissen.

Der ANC hält die absolute Mehrheit im Parlament, ohne Überläufer ist das Misstrauensvotum chancenlos. Viele Minister und Abgeordnete des ANC kamen quasi aus der Armut durch ihre Wahl zum Reichtum und dies nur dank der Partei. Schliesslich ist es die Partei, welche die Listenplätze vergibt und so schlussendlich entscheidet, wer ins Parlament einzieht. Und wer schlachtet schon gerne die Kuh, die er melkt? Zudem kann man Präsident Zuma so ziemlich alles vorwerfen, aber er hat seinen Machtzirkel clever aufgebaut und sich nur von Seinesgleichen umgeben und die halten ihm die Stange. Ohne Weitblick für die eigene Partei und schon gar nicht für ihr Land. Die europäische Presse schreibt schon lange von Bananenrepublik und Mafia-Staat. Unglaublich wie viele Gelder bewiesener Massen in den Händen der indischen Gupta-Familie landen oder auf Wegen über Offshore-Firmen in den Taschen von Ministern oder des Präsidenten und seiner vier Frauen und über 20 Kindern. Bewiesen ist so vieles oder war schon vor langer Zeit klar, schliesslich kam mit dem amtierenden Präsidenten 2009 jemand an die Macht, welcher damals zuerst einmal über 700 Korruptions- und Bestechungs-Fälle und sogar Vergewaltigung-Vorwürfe unter den Teppich kehren musste, als er Präsident wurde.

Der Tag der Wahrheit 

So ist es nun Dienstag und Zuma zittert wohl zum ersten Mal ein kleines Bisschen um seinen Job, die Abstimmung findet nämlich geheim statt. Mehr als ein wenig zittern, wird er wohl nicht. Ich verfolge das Ganze im Live-Ticker über Internet. Zuerst gibt’s stundenlange Reden von der Opposition und der eigenen Partei. Auffallend dabei, auf Seiten des ANC stärkt kein einziger Redner Zuma den Rücken sondern alle berufen sich darauf, dass die Oppositionen das Land ins Chaos stürzen will. So kommt es, wie es kommen muss. Maximal 26 ANC Abgeordnete schliessen sich der Opposition an und Zuma überlebt politisch, und glänzt selber durch Abwesenheit. Scherzhaft sage ich zu Barbara, „Zuma sass wohl schon im startklaren Flieger nach Dubai, falls er abgewählt worden wäre“. Seinen Zufluchtsort hat er nämlich, wohl mehrheitlich mit südafrikanischen Staats-Geldern, bereits gekauft. Auch dies ist bekannt.

Es ist schlimm und macht mich wütend. Dem Land geht’s miserabel. Seit Zumas Amtsantritt steigt die Armut, die Arbeitslosigkeit auch und die Ratingagenturen verleihen Südafrika das Prädikat „Ramsch-Niveau“. So vieles ist über Zumas Machenschaften bekannt und trotzdem bleibt er als Teflon-Präsident (weil alles an ihm abtropft) fest im Sattel.

Ja, natürlich, das ist Demokratie, die funktioniert auch in Südafrika. Bloss für mich als Schweizer, ist so vieles unverständlich. Wie kann so jemand überhaupt erst an die Macht kommen? Wie kann sich dieser so lange an der Macht halten? Nur einer von seinen hunderten Misstritten würde in der Schweiz, in ganz Europa reichen und er wäre Weg vom Fenster bzw. sein Fenster hätte Gitterstäbe. Doch seine Abgeordneten, seine Wähler stehen im bei. Die Ersten um sich selber am Leben zu erhalten und die Zweiten, weil sie es nicht besser Wissen. Mangelnde Bildung, mangelnde Information. Tragisch aber wahr. Obwohl es der schwarzen Unterschicht, schlechter und schlechter geht, verstehen und wissen sie nicht, wer daran Schuld trägt. Machtmissbrauch ist vorallem dann ein Problem, wenn es der Wähler auch weiss und versteht.

 Und wir leben im Gegensatz. Uns betrifft dies alles nicht. Wir leben in der AFRICA-LODGE, in unserer Oase, in einem traumhaft schönen Land. Freuen uns, dass die dritte Saison mit den ersten Gästen gestartet ist und erfreuen uns an den grossen Schwärmereien unserer Gäste für Südafrika – weil die Landschaft, das Wetter und die spürbare Lebensfreude der Menschen, können selbst Politiker nicht (ver-) kaufen. Und Teflon hält auch nicht ewig.

Man liest sich!

 

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